COVID-19: Tipps für Krebspatienten

Aktuelle Informationen von Prim. Rechberger für onkologische Patientinnen und Patienten

Information betreffend Coronavirus und Ambulanzbesuche

Interne Ambulanz/Onkologische Tagesklinik

(Informationsstand: 16.03.2020)

Sehr geehrte Patientinnen und Patienten!

- Bei nicht dringend notwendigen Ambulanzterminen werden Sie durch unser Personal informiert und diese abgesagt - wir bitten Sie, nach der Coronakrise mit der Ambulanz zwecks erneuter Terminvereinbarung Kontakt aufzunehmen.

- Wichtige Termine, die über den weiteren Behandlungsverlauf ihrer Erkrankung entscheiden, bleiben aufrecht.

- Wichtige Therapien (Chemotherapien, Antikörperbehandlungen etc...) werden weitergeführt und diese Termine bleiben aufrecht.

- Um rasch Ihren Termin wahren zu können, wurde eine „Fast Lane“ im Zugangsbereich eingerichtet

- Bitte halten sie im Wartebereich Distanz zu anderen PatientInnen!

 

Bitte beachten Sie:

- Waschen Sie Ihre Hände häufig!

- Reinigen Sie Ihre Hände regelmäßig und gründlich mit einer Seife (mindesten 20 Sekunden) oder einem Desinfektionsmittel.

- Halten Sie Distanz zu Mitmenschen!

- Halten Sie einen Abstand von mindestens einem Meter zwischen sich und allen anderen Personen ein, die husten oder niesen. Verzichten Sie auf Händeschütteln, Umarmungen, Küsse und andere Formen von Körperkontakt.

- - Berühren Sie nicht Augen, Nase und Mund!

Hände können Viren aufnehmen und das Virus im Gesicht übertragen!

- Halten Sie beim Husten oder Niesen Mund und Nase mit gebeugtem Ellbogen oder einem Taschentuch bedeckt und entsorgen Sie dieses sofort.

- Wenn Sie diese Symptome aufweisen
     * Fieber
     * Husten
     * Halsschmerzen
     * Kurzatmigkeit
     * Atembeschwerden

bleiben sie Zuhause und rufen Sie die Gesundheitshotline 1450!

Wenn Sie obige Symptome aufweisen und einen aufrechten Ambulanztermin haben, rufen Sie bitte in der Ambulanz an, um das weitere Vorgehen festzulegen!

Vielen Dank für Ihre Kooperation!

Prim. Dr. Ernst Rechberger


Weitere Informationen für Patienten über die Coronavirus-Erkrankung

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie

Was ist COVID-19?
COVID-19 ist der Name einer neuen Infektionskrankheit. Er steht für Coronavirus Disease 2019. COVID-19 wurde im Dezember 2019 erstmals in China entdeckt. Der Erreger ist ein neues Coronavirus SARS-CoV-2, das strukturell mit dem Erreger von SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome) verwandt ist. Das Krankheitsbild entspricht dem einer Virusgrippe. Häufigste Krankheitszeichen sind Husten, Fieber, Auswurf und allgemeines Krankheitsgefühl. Bei vielen Infizierten verläuft die Infektion mit wenigen oder ohne Krankheitszeichen, sie kann aber auch zu einer Lungenentzündung führen. Zur Sicherung von COVID-19 ist der Virusnachweis aus einem Abstrich oder aus Sputum erforderlich.
Der Krankheitsverlauf ist schwerwiegender bei älteren Patienten und bei Patienten mit vorbestehenden Krankheiten. Die Sterblichkeit lag bei den zuerst beschriebenen Patienten in Wuhan (China) bei 2%, insgesamt wird sie derzeit weltweit auf <1% geschätzt. Damit ähnelt COVID-19 einer schweren Influenza-Grippe.

Wer ist besonders gefährdet?
Es gibt bisher keine Berichte über eine erhöhte Erkrankungsrate bei Krebspatienten. Wir orientieren uns daher an den Erfahrungen mit anderen Virus-Infektionen der oberen Luftwege. Besondere Risikogruppen sind Patienten mit einem geschwächten Immunsystem. Dazu gehören:

- maligne hämatologische Grunderkrankung (Leukämie, Lymphom)

- Leukozytopenie (niedrige Zahl weißer Blutkörperchen)

- niedrige Immunglobulinwerte

- langdauernde Immunsuppression (Steroide, Antikörper)

- allogene Stammzelltransplantation und andere zelluläre Therapien

Ein besonderes Risiko bei Virusinfektionen der oberen Luftwege sind Ko-Infektionen. Vor allem Ko-Infektionen durch Bakterien und Pilze haben entscheidenden Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung. Patienten sollen mit ihren behandelnden Ärzten über das individuelle Risiko sprechen.

Worauf müssen Krebspatienten achten?

Die empfohlenen Schutzmaßnahmen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) gelten auch für Krebspatienten [4]. Das sind

Schützen: Hände desinfizieren, Distanz zu Personen mit Infekten halten, und als wirksamste Maßnahme die freiwillige Einschränkung sozialer Kontakte, z. B. in großen Menschenansammlungen

Erkennen: erste Krankheitszeichen wie Husten, Halskratzen, Schnupfen und Fieber beachten

Handeln: telefonischer Arztkontakt bei Krankheitszeichen nach Rückkehr aus einem Risikogebiet

Die mittlere Inkubationszeit liegt bei 6-7 Tagen. Nach einer Quarantäne von 14 Tagen gilt eine Infektion als ausgeschlossen.

Sollen Krebstherapien verschoben werden?
Bei jeder Krebstherapie muss der Nutzen der Behandlung gegen den möglichen Schaden, d.h. Nebenwirkungen, abgewogen werden. Das individuelle Infektionsrisiko ist unterschiedlich, abhängig von den Lebensumständen und den persönlichen Kontakten. Bei den meisten, akut an Krebs erkrankten Patienten steht der Nutzen einer sinnvollen und geplanten Krebstherapie über dem Risiko einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus. Bei Patienten mit chronischer und gut beherrschter Krebskrankheit kann individuell über eine Therapieverschiebung entschieden werden.