Augenheilkunde

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Prim. Doz. Dr. Robert Hörantner

Altersbedingte Makuladegeneration

Trockene und feuchte AMD


In den Industriestaaten ist die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) die häufigste Ursache für Erblindungen. Unterschieden werden die trockene und die feuchte Form der Makuladegeneration. Bei der trockenen Form, welche die häufigste darstellt, kommt es zu einem Absterben der Rezeptorzellen (Zapfen und Stäbchen) und der Pigmentepithelzellen der Netzhaut sowie der Gefäße der Aderhaut, leider genau im Bereich des schärfsten Sehens, dem gelben Fleck (Makula lutea). Zusätzlich finden sich Ablagerungen (Drusen).

Bei der feuchten Form der Makuladegeneration (AMD) kommt es zu Gefäßneubildungen im Bereich des gelben Fleckes mit Blutungen und Bindegewebsbildung. Die Netzhautmitte schwillt an. Für beide Formen gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten.

Was genau die Ursachen der AMD sind, ist noch nicht eindeutig geklärt. Man geht heute davon aus, dass jeder Mensch von dieser Erkrankung betroffen sein würde, wenn er nur alt genug wäre. Rauchen und Bluthochdruck fördern das frühere Auftreten der AMD. Wesentlich sind Probleme bei der Entsorgung von Stoffwechselschlacken im Auge. Diese lösen dann Reaktionen aus, die die Netzhautmitte in Mitleidenschaft ziehen. Manchmal ist nur ein Auge von der Erkrankung betroffen, während das andere für viele Jahre gut sieht.

Symptome der AMD:
Erstes Anzeichen der Erkrankung ist oft ein verzerrtes Sehen im Zentrum des Sehfeldes - gerade Linien wie etwa ein Fensterkreuz erscheinen dabei krumm und gebogen. Verschwommenes Sehen oder das Sehen eines dunklen Flecks zählt ebenso zu den Anzeichen. Mit Fortschreiten der Erkrankung wird durch die Degeneration der Makula das Sehen im Zentrum des Gesichtsfelds schlechter und unschärfer. Farben erscheinen blasser, Lesen wird schwierig, Buchstaben fehlen, später ist Lesen nicht mehr möglich. Das Erkennen von Gesichtern wird schwierig bzw. im fortgeschrittenen Stadium unmöglich. Auf Grund moderner Untersuchungsmethoden kann die Erkrankung im Frühstadium noch vor dem Auftreten von Sehstörungen erkannt werden. Im späteren Stadium bemerkt man den Verlust der zentralen Sehschärfe.

Feststellung der AMD:
Die Schilderung der Symptome geben Ihrem Augenarzt erste Hinweise auf eine AMD. Im Anschluss wird ein Sehtest durchgeführt. Neben den Sehtafeln zur Prüfung der Sehschärfe ist dabei das Amsler-Netz besonders aussagekräftig. Dabei handelt es sich um ein quadratisches Liniengitter mit einem schwarzen Punkt in der Mitte, den der Patient fixieren soll. Nimmt der Patient die Linien verschwommen oder verzerrt wahr, liegt der Verdacht auf eine Makuladegeneration nahe. Im nächsten Schritt spiegelt Ihr Augenarzt den Augenhintergrund und die Makula mit einer Lupe an der Spaltlampe.

Sollte sich der Verdacht einer Makuladegeneration erhärten, werden weiterführende Untersuchungen mittels OCT, OCT-A oder auch FLA- oder ICG-Angiographie veranlasst.

OCT (optische Kohärenztomographie)
Die optische Kohärenztomografie (OCT) ist ein hochmodernes Bilddiagnosesystem zur umfassenden Analyse des Augenhintergrundes. Bei dieser Untersuchung tasten wir die Netzhaut mit einem schwachen Laserlicht ab. Das tut nicht weh und liefert hochaufgelöste Bilder der Netzhaut, sogenannte Querschnittansichten.

Das Prinzip der Untersuchung beruht auf der Reflexion von ins Auge geworfenen Lichtstrahlen, die aufgefangen werden und nach computerisierter Verarbeitung in ein Bild umgewandelt werden. Erkrankungen in diesen Teilen des Auges können so innerhalb weniger Sekunden diagnostiziert, dokumentiert und bei Folgeuntersuchungen verglichen werden.

Mit dem OCT kann man einerseits Schwellungen der Netzhautmitte (Maculadegeneration, Diabetes), Verdickungen einzelner Schichten (macular pucker, zentrale Netzhautlöcher) oder andere Veränderungen - wie nach einem Gefäßverschluß - feststellen.

Das Anfertigen einer OCT Aufnahme ist für Patienten nicht belastend und schmerzlos. Es dauert nur 1–2 Minuten und ist daher auch für ältere Patientinnen und Patienten gut geeignet.

OCT-A
Eine weitere Untersuchungsmöglichkeit ist die sogenannte OCT-Angiografie. Die OCT-Angiographie (OCT-A) ist eine neue klinische Untersuchungsmethode, die eine nichtinvasive dreidimensionale Darstellung der vaskulären Strukturen der Netzhaut und Aderhaut erlaubt.
Technisch handelt es sich bei der OCT-A um eine Weiterentwicklung der optischen Kohärenztomographie (OCT). Unterschiedlichste Gefäßschichten von Netz- und Aderhaut werden mit äußerst hoher Präzision angiografisch dargestellt.

Fluoreszenzangiographie
Die Fluoreszenzangiographie ist ein bildgebendes Verfahren zur Diagnostik von Erkrankungen des Augenhintergrundes. Dabei werden abnormale Gefäße im Augenhintergrund fotografisch dargestellt, indem man ein harmloses Kontrastmittel (beispielsweise der Farbstoff Fluoreszein oder Indocyaningrün) in die Armvene des Patienten spritzt. Über den Blutkreislauf gelangt dieser Farbstoff in das Gefäßsystem des Auges und mittels eines speziellen Lichts leuchtet der Farbstoff. So lassen sich der Augenhintergrund und seine Gefäße optimal darstellen. Die Durchblutung im Auge wird sichtbar und mögliche krankhafte Veränderungen für den Augenarzt erkennbar.

Therapie:
Bei der Suche nach der Ursache der AMD fand sich als wesentlicher Faktor der Botenstoff VEGF (vascular endothelial growth factor), dessen überschießenden Bildung für bei der feuchten AMD zu krankhaftem Gefäßwachstum und zu einer Schwellung der Netzhautmitte. Gezielte Hemmstoffe gegen diesen Wachstumsfaktor werden  unter sterilen Bedingungen mit einer feinen Nadel in das Augeninnere in den Glaskörper injiziert. In verschiedenen Abständen wird den Patienten ein Medikament verabreicht, bis die Krankheit zum Stillstand kommt. Nicht selten ist sogar eine Verbesserung der Sehkraft möglich.

Um der AMD-Erkrankung vorzubeugen, können Sie Maßnahmen treffen wie einen erhöhten Blutdruck gut einstellen zu lassen, eine Sonnenbrille und/oder einen Sonnenhut zu tragen, gesund zu leben mit regelmäßiger Bewegung und gesunder Ernährung sowie das Vermeiden von Übergewicht. Bitte beachten Sie: Je früher die Behandlung angewendet wird, desto besser wirkt sie!