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Prim. Dr. Ernst Rechberger

Vorsorgekoloskopie

Durch Vorsorgeuntersuchungen können Erkrankungen früher und damit besser behandelbar erkannt werden oder der Ausbruch einer Erkrankung sogar verhindert werden.

Die bekannteste Vorsorgeuntersuchung ist sicher der Krebsabstrich bei der Frau gefolgt von der Mammographie. Aber nach Entdeckung der sogenannten Adenom-Kazinom-Sequenz durch Vogelstein (1988) war die Grundlage zu einer der effektivsten Vorsorgeuntersuchungen gelegt.

Gemäß der Adenom-Karzinom-Sequenz entsteht ein Tumor nicht plötzlich aus dem Nichts, sondern entwickelt sich über mehrere Vorstufen und am Beispiel des Darmkrebs wohl über bald 10 Jahre. In kleinen Wucherungen der Darmschleimhaut, so genannten Polypen, findet man eben jene Vorstufen die später einmal zu einem Tumor führen können.

Durch das im Prinzip ungefährliche Abtragen dieser Polypen wird quasi die mögliche Vorstufe eines Darmkrebs entfernt und somit ein möglicher Krebs verhindert. So etwas ist bei keiner anderen Vorsorgeuntersuchung der Fall. Entsprechend konnte früh die Effektivität der Vorsorgekoloskopie nachgewiesen werden und es gibt auch mittlerweile Daten, wie effektiv diese Vorsorge ist. Bis zu 40% aller Darmkrebse können so verhindert werden, leider (noch) nicht 100%.

Somit ergibt sich eine ganz klare Empfehlung zur Vorsorge, die in dieser Form auch international Gültigkeit hat:

1. jährliche Untersuchung auf verstecktes Blut im Stuhl
    (z.B. beim Hausarzt)

2. die erste Darmspiegelung sollte ab dem 50. Lebensjahr erfolgen

3. bei Darmkrebs in der Familie beginnt die Vorsorge etwa 10 Jahre
    VOR dem Erkrankungsalter des Familienmitgliedes

4. die nachfolgenden Darmspiegelungen sind abhängig vom
    jeweiligen Ergebnis der vorhergehenden (z.B. ob Polypen
    abgetragen wurde, ob diese groß waren etc.)