Endoskopisches Operieren in der Frauenheilkunde

Seit 1977 werden an unserer Abteilung Laparoskopien (Bauchspiegelungen) zu diagnostischen Zwecken und zur Behandlung verschiedener Erkrankungen im Bauchraum durchgeführt.

Die Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung) wurde 1993 eingeführt.

Die wesentlichen Vorteile der endoskopischen Operationen sind die deutlich kleineren Operationswunden, welche nicht nur zu kosmetisch besseren Ergebnissen, sondern auch zu einem eindeutig kürzeren postoperativen Krankenhausaufenthalt führen.

Die Hysteroskopie bietet im speziellen noch den großen Vorteil die Gebärmutterhöhle direkt optisch zu beurteilen. Dadurch können eventuell vorhandene Myome oder Polypen direkt entfernt werden ohne das Organ (Gebärmutter) entfernen zu müssen.

Neben den Standardgeräten stehen uns für spezielle Behandlungen ein CO2-Lasergerät zur Verfügung.

Welche Operationen werden endoskopisch bei uns durchgeführt:

1. Laparoskopie: (Bauchspiegelung)

diagnostisch:

  • Auschluß einer Erkrankung im Bauchraum bei Schmerzen
  • Überprüfung der Eileiterdurchgängigkeit bei unerfülltem Kinderwunsch 

therapeutisch:

  • Lösen von Verwachsungen im Bauchraum (vor allem im Bereich der Eierstöcke und Eileiter) Entfernung von Eierstockcysten
  • Entfernung von Myomen an der Gebärmutterwand
  • Entfernung von Eierstöcken und der Gebärmutter (Kombinationsmethode - LAVH)
  • Entfernung von Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaften
  • Behandlung von Endometriose (= Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter)
  • Behandlung von Abszeßen an Eileitern oder/und Eierstöcken
  • Eileiterdurchtrennung zur Sterilisation (nur unter bestimmten Bedingungen)

2. Hysteroskopie: (Gebärmutterspiegelung)

diagnostisch:

  • Überprüfung der Gebärmutterschleimhaut bei Blutungen nach dem Wechsel
  • Überprüfung der Gebärmutterhöhle bei unerfülltem Kinderwunsch 

     

therapeutisch:

  • Entfernung von Schleimhautpolypen
  • Entfernung von Myomen aus der Gebärmutterhöhle
  • Lösen von Verwachsungen
  • Entfernung einer ev. vorhandenen Trennwand in der Gebärmutterhöhle bei unerfülltem Kinderwunsch
  • Entfernung der Gebärmutterschleimhaut in speziellen Fällen von Blutungsstörungen

Durch den Einsatz der oben angeführten endoskopischen Operationsmethoden konnten wir an unserer Abteilung die Zahl der Gebärmutterentfernung in den letzten 4 Jahren deutlich senken und so dem verbreitenden Wunsch der Patientinnen nach organerhaltender Behandlung entsprechen.

Bei kleineren Eingriffen mittels Bauchspiegelung ist es neuerdings oft möglich, eine sogenannte MiniSite-Laparoskopie durchzuführen. Dabei sind die Einstiche im Bereich des Nabels und im Unterbauch nur 2 mm groß und müssen nicht genäht werden. Wesentlicher Vorteil dieser Technik: Es bleibt dann meist so gut wie keine sichtbare Narbe zurück und auch die Nahtentfernung ca. 1 Woche nach der Operation entfällt. Diese Technik bietet sich besonders bei reinen diagnostischen Bauchspiegelungen aber auch bei Eingriffen zur Tubensterilisation (die wir nur unter bestimmten Vorbedingungen durchführen) an.

Endometriumablation
eine organerhaltende operative Methode zur Therapie von Blutungsstörungen

Die visuelle Abklärung des Cavum und der Cervix uteri, im Rahmen von fraktionierter Cürettage und Sterilitätsabklärungen, stellen eine bedeutende Erweiterung der Diagnostik des Uterus dar. Die operative Hysteroskopie wiederum ermöglicht uns, für ein ausgewähltes Patientengut, eine minimal invasive und organerhaltende Therapie anzubieten.

Blutungsstörungen bei organisch unauffälligem Befund der Genitalorgane stellen manchmal ein beträchtliches, therapeutisches Problem dar. Frauen zwischen dem 40. und 50 Lebensjahr sind davon überdurchschnittlich häufig betroffen. Für Patientinnen die eine hormonelle Behandlung ablehnen, oder bei Kontraindikation für Gestagene, steht als kausale Therapie die operative Sanierung zur Verfügung. Der Wunsch der Frau nach organerhaltender Behandlung verbietet dabei eine Hysterektomie.

Wir bieten seit 1998 auch die Endometriumresektion als minimal invasive, organerhaltende Therapie an. Damit bei dieser Methode ein möglichst geringes intraoperatives Risiko mit hoher postoperativer Zufriedenheit erzielt wird, ist eine strenge Auswahl der Patientinnen erforderlich.

Die Voraussetzungen für die Endometriumresektion zeigt folgende Tabelle:

Voraussetzungen zur Endometriumresektion:

Benigne uterine Blutung

Normal großer oder nur gering vergrößerter Uterus

Abgeschlossene Familienplanung


Der Eingriff erfolgt üblicherweise unmittelbar postmenstruell in Allgemeinanästhesie. Eine Vorbehandlung ist nicht erforderlich.  Zusätzliche Eingriffe (zb. Resektion eines Corpusendometriumpolypen oder submucösen Myoms) und eine histologische Untersuchung des Resektatmaterials können durchgeführt werden.

Bei nahezu allen Patientinnen stellt sich eine deutlich schwächere Blutung ein, die Zufriedenheit der Patientinnen ist sehr hoch (sh. Tab.)

Blutungsmuster nach der OP:

Zufriedenheit nach der Operation:

Keine Blutung: 9 %

Sehr zufrieden: 44 %

Deutlich schwächere Blutung: 78 %

Zufrieden: 52 %

Normale Blutung: 13 %

Weniger zufrieden: 4 %

Unveränderte Blutung: 0 %

Nicht zufrieden: 0 %