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Prim. Univ. Prof. Dr. Andras Kampfl

Erregerbedingte entzündliche Erkrankungen des Nervensystems

Die entzündlichen Erkrankungen des Nervensystems stellen eine große Gruppe innerhalb der neurologischen Krankheitsbilder dar. Grundsätzlich werden die entzündlichen Erkrankungen in die Autoimmunerkrankungen (wie Multiple Sklerose) und die Infektionen des Nervensystems unterteilt.

Zu den wichtigen infektiösen Erkrankungen zählen die Hirnhautentzündung (Meningitis), Hirngewebsentzündung, (Enzephalitis), Infektion des Rückenmarks (Myelitis), Infektionen von Nerv und Muskel (eher selten). Durch Erreger (Bakterien, Viren) bedingte Infektionen des Gehirns sind häufige Krankheitsbilder.


Erregerbedingte entzündliche Erkrankungen des Nervensystems am Beispiel FSME und Borreliose:

Durch einen Zeckenstich können zwei entzündliche Erkrankungen des Nervensystems verursacht werden: die Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME) und die Borreliose.

Bei FSME handelt es sich um eine Viruserkrankung. Die Infektionsgefahr ist in ganz Europa zwischen Februar und November gegeben. FSME verläuft in zwei Phasen: Anfangsklagen die Patienten über Allgemeinbeschwerden wie Temperaturanstieg, Kopfschmerzen, allgemeine Schwäche, Müdigkeit, Husten und Schnupfen. Nach einer oftmals beschwerdefreien Zeitspanne von maximal acht Tagen kommt es dann zu jenen Symptomen, die den Befall des Nervensystems signalisieren. In 25 Prozent der Fälle kommt es dabei zu einer isolierten Gehirnhautentzündung (Meningitis) mit Fieber, Nackensteifheit, Lichtscheue und Übelkeit. Bei 70 Prozent der Betroffenen ist jedoch eine Mitbeteiligung des Gehirns in Form einer Gehirnentzündung (Encephalitis) nachweisbar. Hierbei zeigen sich häufig eine Hirnschwellung und Einblutungen in das Gehirn mit Bewusstseinseintrübungen, Lähmungen und epileptischen Anfällen. Bis zu zwei Prozent dieser Fälle enden leider tödlich. Eine spezifische Behandlungsform von FSME gibt es nicht. Die Impfung ist der einzig wirksame Schutz.

Gegen Borreliose kann – anders als bei FSME – nicht geimpft werden.  Vier bis sechs Wochen nach dem Zeckenstich kann es zu einer entzündlichen Reaktion des Nervensystems – „Neuroborreliose“– kommen. Oft kommt es zu einer Verstärkung der Schmerzen in der Nacht, 90 Prozent erleidensogar eine Gesichtslähmung. Sie ist jedoch als bakterielle Erkrankung mittels antibiotischer Behandlung heilbar