Schlossberg 1
4910 Ried im Innkreis

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Kontakt
Prim. Doz. Dr. Claus Kölblinger

 

Die Abteilung für Radiologie am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried bietet eine umfassende Diagnostik, sowie spezielle therapeutische Verfahren im interventionellen Bereich.  

Diagnostik

Digitale Radiografie (mit Flachdetektortechnik)

Anstelle von Filmen bzw. Filmkassetten wird mit digitalen Flachdetektoren (FD) untersucht. Der große Vorteil für die Patientinnen und Patienten besteht in einer erheblichen Reduktion der Strahlendosis bei gleichzeitig hochauflösenden, kontrastreichen Aufnahmen mit der Möglichkeit zur digitalen Nachbearbeitung. Aufgrund der zwei top-ausgestatten Aufnahmeplätze und der Mulitfunktionalität der Geräte können die angeforderten Untersuchungen rasch bearbeitet bzw. abgearbeitet werden. Befundet wird ausschließlich an hochauflösenden Monitor-Befundstationen, damit die Abklärung sämtlicher Patienten auf höchster Qualität, Präzision und zeitnahe abgewickelt werden kann.

  • Thorax (Lunge)
  • Abdomen
  • Infusionsurogramm
  • Skelettaufnahmen, einschließlich Stiching-Programm für Beinachsenmessung und Wirbelsäulenganzaufnahme

Durchleuchtung

Mit der Röntgendurchleuchtung werden dynamische Strukturen innerhalb des Körpers sichtbar gemacht. Die Untersuchungsregion kann kontinuierlich, oder in gepulster Form „durchleuchtet“ werden. Die an einem Röntgendetektor entstehenden Röntgenbilder werden verstärkt und in ein Videosignal umgewandelt. Die Bewegung von Herz, Zwerchfell und Lunge kann ebenso gut abgebildet werden, wie durch kontrastmittelverstärkte Hohlräume des Verdauungsapparates und des Urogenitaltraktes. Durchleuchtungsgezielt können auch Gelenke punktiert und Kontrastmittel injiziert werden. Die im Rahmen von entzündlichen Erkrankungen entstehenden Fistelgänge können mit Kontrastmittel gefüllt und abgebildet werden.

Anwendungsgebiet / Einsatzgebiet der Modalität

Die Durchleuchtung ist ein dynamisches Bildgebungsverfahren, d.h. es werden Bildserien in Echtzeit dargestellt ähnlich wie bei einem Video. Damit ist es möglich funktionelle Vorgänge des Körpers, wie zum Beispiel die Peristaltik oder Durchblutung, zu untersuchen. Bei der Durchleuchtung handelt es sich um ein Multifunktionsgerät, sodass aus mehreren Projektionsaufnahmen unter veränderten Projektionswinkel das Bild berechnet werden kann. Bei Interventionen ist die Durchleuchtung ein wichtiges Werkzeug um dem Arzt bei minimal invasiven Eingriffen im Patienten Hilfestellung bei der Navigation zu bieten. Durchleuchtung wird bei Dünndarmerkrankungen, bei Untersuchungen des Schlucktraktes, bei der Darstellung von Gefäßverschlüssen, -verengungen oder – erweiterungen und bei minimal invasiven Interventionen eingesetzt. 

  • Schluckbeschwerden: z.B.Videocinematographie ( Lokalisation einer Speiseröhrenveränderung)
    Ösophagusperforation (Ösophagus = Speiseröhre)
  • Dünndarmobstruktion (Dünndarmverengung/-verstopfung)
  • Verdacht auf entzündliche Erkrankung des Dünndarms (Beispiel: Morbus Crohn)
  • Dickdarmtumore oder entzündliche Darmerkrankungen
  • Raumforderung Nierenbecken/Blase/Harnleiter: Zweittumore der oberen ableitenden Harnwege
    Setzen bzw. Wechsel von ableitenden Drainagen
  • Fistelfüllung
  • Urethralstenose (Harnröhrenverengung)
  • Darstellung des tiefen Beinvenensystems bei Thromboseverdacht
  • Picc-Anlage (peripher eingeführter zentralvenöser Katheter, welcher für längere Zeit im Körper verbleiben kann. Diese Katheter können für Chemotherapien, antibiotische Therapien, für die parenterale Ernährung, Knochenmarktransplantationen bzw. im Rahmen einer Radiotherapie benutzt werden. Auch Blutentnahmen sind ohne weiteres möglich. 

Sonografie-Ultraschall

Mit Hilfe von Ultraschallwellen ist die Sonografie ist ein Verfahren zur bildlichen Darstellung verschiedener Körperregionen. Dabei werden Schallwellen durch einen Schallkopf in den Körper gesandt. Störende Luft zwischen Schallkopf und Haut wird durch ein Ultraschallgel eliminiert.
Die Doppler-Sonografie und die farbcodierte Doppler-Sonografie sind Spezialverfahren, bei denen der Arzt zusätzliche Informationen über die Strömungsrichtung, -geschwindigkeit und –stärke des Blutflusses in den Gefäßen erhält.

Die Ultraschallanwendung ist geeignet zur Erstbeurteilung und für Verlaufskontrollen, insbesondere bei medikamentösen oder strahlentherapeutischen Behandlungen bösartiger Erkrankungen. Weiters wird diese Methode zur Diagnosefindung bei gewebsverdächtigen Herden für ultraschallgesteuerten Biopsien und Zytologien (Entnahmen von Gewebeproben oder freier Flüssigkeit)verwendet!

Die Sonografie ist mit keiner Strahlenbelastung verbunden, außerdem ist sie schnell und gut verfügbar. Der Nachteil liegt in der vollständigen Reflexion der Schallwellen an Knochen und Luft, wodurch diese Bereiche nur sehr schlecht bis gar nicht dargestellt werden können.

Ein wesentlicher Vorteil der Sonografie gegenüber dem in der Medizin ebenfalls häufig verwendeten Röntgen liegt in der Unschädlichkeit der eingesetzten Schallwellen. Auch sensible Gewebe wie bei Ungeborenen werden nicht beschädigt, die Untersuchung verläuft schmerzfrei. Besonders bei Kindern und Schwangeren gerne angewandt, da anstatt von Röntgenstrahlung mit ungefährlichen Ultraschallwellen gearbeitet wird. Ein weiterer Vorteil liegt in der Mobilität des Ultraschallgerätes, wodurch eine Untersuchung auch am Krankenbett möglich ist.

Weibliche und männliche Brust
Diese bildliche Darstellung der Brust mittels Ultraschallwellen ohne Strahlenbelastung und ohne Nebenwirkungen hat einen hohen Stellenwert zur Charakterisierung von Veränderungen, welche in der Mammografie dargestellt werden. Sie ist eine Ergänzung zur Mammografie, kann diese aber nicht ersetzen!

Sonographisch werden untersucht:

  • Oberbauchorgane (Leber, Gallenblase, Milz, Bauchspeicheldrüse,
    Nieren und ableitende Harnwege)
  • Unterbauchorgane
  • Lymphknoten
  • Gefäße
  • Schilddrüse
  • Darstellung sämtlicher Weichteil- und Gelenksstrukturen
  • Infiltrationstherapie  bei Gelenksproblemen
  • Funktionsdiagnostik mittels Kontrastmittel bei Leberherd
  • Ultraschallgezielte Feinnadel/Stanzbiopsien sowie präoperative Drahtmarkierungen

Mammografie

Die Mammografie ist das aussagekräftigste Verfahren, Brustkrebs frühzeitig zu erkennen. Zur Erkennung und Abklärung von unklaren Läsionen der Brust stehen in der Abteilung für Diagnostische und Interventionelle Radiologie sämtliche bildgebenden Verfahren und perkutanen Biopsiemöglichkeiten zur Verfügung. Auch in Zusammenarbeit mit dem Brustgesundheitszentrum Ried bieten wir unter anderem die gesamte Mammadiagnostik mit dosissparender digitaler Vollfeld-Mammographie, Brust-Ultraschall und Brust-MRI (=Kernspintomographie), sowie Galaktografie (Darstellung der Milchgänge bei unklarem Ausfluss aus der Brustwarze) an.

Diese Untersuchungen werden von speziell ausgebildeten und in allen Bereichen der radiologischen Brustdiagnostik erfahrenen Fachärzten durchgeführt bzw. befundet. Für eine weiterführende Abklärung werden auch interventionelle Maßnahmen, wie Nadelpunktionen  (Feinnadelpunktion, Stanznadelpunktion, Vakuumaspirationsbiopsie) durchgeführt. Außerdem sind präoperative Drahtmarkierungen wie auch Tumorclipmarkierungen Teil des interventionellen und interdisziplinären Angebotes der Abteilung.

Interventionelle Radiologie

Unter “Interventioneller Radiologie“ versteht man minimal-invasive, wenig belastende Eingriffe diagnostischer und therapeutischer Natur, die durchwegs in örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Unter Bildsteuerung (Ultraschall, CT, MRT und Angiographie) werden beispielsweise therapeutische Eingriffe im vaskulären (z. B. periphere arterielle Verschlusserkrankung) und biliären System (z.B. tumoröser Verschluss des Gallengangsystems) sowie in parenchymatösen Organen (z.B. Radiofrequenzablation von Lebermetastasen) vorgenommen. Im Gegensatz zur (offenen) Chirurgie werden die meistens in der Leiste eingeführten Katheter und andere Instrumente während des Eingriffes nicht direkt im Körper, sondern über einen Monitor (Bildschirm) beobachtet.

Die interventionelle Radiologie ist ein Teilgebiet der Radiologie, welches auf die Diagnosestellung und Behandlung einer großen Bandbreite von Krankheiten durch minimal invasive perkutane Eingriffe mithilfe bildgebender Verfahren spezialisiert ist. Der wesentliche Unterschied zu operativen Verfahren ist die geringere Invasivität, da der Zugang zu dem betroffenen Gebiet über einen kleinen Hautstich ("perkutan") durchgeführt wird.

Die interventionelle Radiologie gliedert sich in zwei große Hauptanwendungsgebiete, einerseits die Behandlung von Gefäßerkrankungen aller Art und andererseits in jene von Erkrankungen außerhalb des Gefäßsystems. Man spricht hierbei auch von der vaskulären und nicht vaskulären Anwendung.

Eine der häufigsten vaskulären Anwendungen ist die Behandlung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK), einer Störung der arteriellen Durchblutung der Extremitäten, umgangssprachlich Schaufensterkrankheit genannt.
Bei den nicht vaskulären Eingriffen zählt die perkutane bildgesteuerte Punktion von Organen und Gewebe für diagnostische Zwecke und zur Entlastung von krankhaften Flüssigkeitsansammlungen zu den häufigsten Eingriffen. Patienten werden nach interventionell-radiologischen Eingriffen meist früher aus dem Krankenhaus entlassen und eine Vollnarkose ist in vielen Fällen nicht notwendig. Zudem sind die Risiken, Schmerzen und Genesungszeiten wesentlich geringer als bei operativen Eingriffen.

Angiografie

Die Angiographie ist eine wichtige Voraussetzung für die Behandlung von Gefäßerkrankungen mittels interventioneller Radiologie. Unter Angiographie versteht man jede radiologische Darstellung von Gefäßen im menschlichen Körper. Gefäßdarstellungen können nicht-invasiv (ohne direkte Punktion) mittels CT, MR oder invasiv (mit Punktion/Katheterisierung) durchgeführt werden. Die invasive Form der Angiographie wird auch als Katheterangiographie bezeichnet, das Kontrastmittel wird dabei über den Katheter direkt in das darzustellende Gefäßsystem eingespritzt.
                           
Dazu ist es notwendig ein Gefäß zu punktieren. Hierbei wird meist der Zugang über die Leiste gewählt, da hier die Gefäße sehr oberflächlich verlaufen, die Arterie meist gut tastbar ist und der Hüftkopf ein gutes Wiederlager zum Komprimieren beim Verschluss der Punktionsstelle bietet.
Die Angiographie kann auch für therapeutische Zwecke, wie die Dehnung von Engstellen der Blutgefäße, Verschluss von blutenden Gefäßen, Wiedereröffnung von verschlossenen Gefäßen und die intravaskuläre Therapie von Tumoren verwendet werden. Mit der Angiographie können auch computertomographische Bilder erzeugt werden, wodurch die diagnostische und therapeutische Sicherheit erhöht wird.
Typische interventionelle Eingriffe unter Anwendung der Angiographie wären die Eröffnung von Gefäßverengungen und -Verschlüssen und die Behandlung von Blutungen und Gefäßmissbildungen wie z.B. von Aneurysmen oder Gefäßverletzungen.
Unter der Wiedereröffnung von Blutgefäßen, im Fachjargon Angioplastie, versteht man die Ballondehnung von Verengungen und Verschlüssen im arteriellen Gefäßsystem, oft in der Kombination mit der Implantation eines Stents, oder in weiterer Folge werden bei definierten  Klassifikationen von Beschwerden und Restenosen sogenannte Medikament-beschichtete  Ballonkatheter (engl. DEB - Drug Eluting Balloons), verwendet, welche  zur Verbesserung von Langzeitergebnissen beitragen.

Mit der kontinuierlichen Weiterentwicklung geeigneter dünner Katheter sowie neuer Materialien zur Embolisation können Blutungen,  Gefäßanomalien, Tumore und Verletzungen  nahezu im gesamten Körper schnell lokalisiert und ohne operativen Eingriff minimal-invasiv effektiv therapiert werden. Akute arterielle Blutungen können rasch zu einem lebensbedrohlichen Zustand führen, insbesondere wenn sie von außen nicht sichtbar und erreichbar sind - so zum Beispiel in der freien Bauchhöhle oder im Darm.

Schwerpunkt im interventionellen Bereich

  • Kathetereingriffe für die Aufweitung und Rekonstruktion von Gefäßeinengungen (z. B. Karotisarterie, Beckenbeinarterien) mit Ballonkatheter, Metallprothesen und/oder Medikamenten (Lysetherapie)
    Lumeneinengende Therapie bei Gefäßerweiterungen (Aneurysmen) mit umhüllten Metallprothesen (Stentgrafts)
  • Fremdkörperentfernung
  • (Chemo)Embolisation von Gefäßmissbildungen und Tumoren (insbesondere Lebertumore)
  • Behandlung von akuten Gefäßverschlüssen ( Embolektomie)
  • Anlage eines Leberumgehungskreislaufes (TIPS)
  • Anlage  von Port Katheter , Perm-Katheter und Picc-Line
  • Implantation eines Vena-cava-Filters
  • Ableitung aufgestauter Gallenflüssigkeit (PTCD) und Implantation von Metallprothesen (biliäre Stents) 
  • Einlage eines Metallröhrchens in die Speiseröhre (Ösophagusstent) oder einer Ernährungssonde in den Magen (perkutane Gastrostomie)
  • Infiltration  von Facettengelenken
  • Ultraschall- oder CT-gezielte Biopsien bzw. Abszessdrainagen

 

 

Portkatheteranlage

Bei einzelnen Erkrankungen ist es notwendig, Medikamente oder Infusionen regelmäßig und über längere Zeiträume in eine Vene zu applizieren. Dabei kommt es relativ häufig vor, dass mit der Zeit die Venen vernarben und sich verschließen.

In solchen Fällen kann man einen so genannten Port-Katheter für den Zeitraum der Behandlung implantieren, über den dann die Medikamente über lange Zeiträume unter Schonung der Venen direkt in die obere Hohlvene eingebracht werden.