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50 Jahre Unfallchirurgie in Ried

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Bestens versorgt, wenn etwas passiert ist

Die Eröffnung der Abteilung für Unfallchirurgie am Krankenhaus Barmherzige Schwestern Ried im Jahr 1976 war für die gesamte Region ein Meilenstein bei der Versorgung verletzter Patient*innen. Die Behandlungsmöglichkeiten haben sich seither enorm weiterentwickelt – und auch die Verletzungen haben sich verändert.

Heute ist es schwer vorstellbar, doch noch vor einem halben Jahrhundert gab es in Ried für Unfallopfer keine spezialisierte traumatologische Versorgung. Um kleinere Blessuren kümmerten sich die Hausärzt*innen, Schwerverletzte mussten im Rettungsauto oft über weite Strecken in andere Spitäler transportiert werden. Das änderte sich, als im April 1976 die Abteilung für Unfallchirurgie unter der Leitung von Prim. Dr. Gerhard Erlacher ihren Betrieb aufnahm. Seither werden hier akute Verletzungen aller Schweregrade, aber auch deren Folgen und Spätfolgen behandelt.

„Wir verfügen über ein breites Behandlungsspektrum mit allen aktuellen unfallchirurgischen Verfahren“, sagt Prim. Dr. Arthur Schueler, der heute die Abteilung leitet. Dazu zählen neben der operativen Versorgung von Knochenbrüchen z. B. auch komplexe Gelenksrekonstruktionen, Hand-, Schulter- und Wirbelsäulenchirurgie, Arthroskopien, Endoprothetik, die Therapie von Sportverletzungen und nicht zuletzt die Versorgung von Schwerverletzten. Eine Notfallambulanz steht rund um die Uhr in Bereitschaft.

Weniger Verkehrsopfer, mehr Freizeitunfälle

Sechs Fachärzt*innen, drei Assistenzärzte und das von Bereichsleiter Christoph Spann koordinierte Pflegeteam betreuen jährlich mehr als 1700 stationäre und rund 27.500 ambulante Patient*innen (2025). Darunter sind heute – dank Gurt- und Helmpflicht – viel weniger Verkehrsopfer als früher; höhere Sicherheitsstandards haben auch die Zahl der Arbeitsunfälle deutlich verringert. Zugleich haben die Freizeitunfälle in den vergangenen Jahrzehnten stark zugenommen, jedes neue Sportgerät bringt neue Verletzungsmuster.

Neue Herausforderungen stellen sich angesichts der demografischen Entwicklung auch in der Alterstraumatologie: „Wir behandeln zum einen hundertjährige Pflegeheimbewohner*innen mit Schenkelhalsbruch und zum anderen fitte 80-Jährige, die nach einer OP wieder E-Bike fahren und Tennis oder Golf spielen wollen. Das hat es früher so nicht gegeben und erfordert spezielle, zunehmend individualisierte Therapien“, erklärt Prim. Schueler.

Ein weiterer Unterschied zu vergangenen Jahrzehnten ist die markant gesunkene Aufenthaltsdauer im Spital: Verletzte kehren dank neuer Therapieoptionen und früh einsetzender Remobilisation zumeist rasch wieder in ihren Alltag zurück. Und noch etwas ist anders: Früher wurden fast ausschließlich Männer Unfallchirurgen. „Das ändert sich allmählich, und es tut dem Fach gut“, meint Arthur Schueler.

Vernetzung in Zukunft noch wichtiger

Vor allem bei der Behandlung von Mehrfachverletzungen (Polytraumata) arbeiten die Rieder Unfallchirurg*innen eng mit anderen Abteilungen des Hauses wie Intensivmedizin, Neurologie, Gefäßchirurgie, Orthopädie, Physikalischer Medizin u. a. zusammen. Um Kapazitäten optimal zu nutzen, ist darüber hinaus auch die verstärkte Vernetzung mit anderen, spezialisierten Spitälern ein zukunftsträchtiges Thema, etwa bei Verletzungen an der Wirbelsäule oder im Becken.

Nicht nur geografisch und durch die Nähe zur Innkreisautobahn spielt Ried eine zentrale Rolle in der unfallchirurgischen Versorgung der Region: „Als Schwerpunktspital mit einem Fokus auf muskuloskelettale Chirurgie steht unser Krankenhaus seit Jahrzehnten für die umfassende, hochqualitative Behandlung von Verletzungen zur Verfügung und bietet Notfallmedizin rund um die Uhr. Dazu bekennen wir uns auch weiterhin“, betont Dr. Johannes Huber, Ärztlicher Direktor im Krankenhaus Barmherzige Schwestern Ried.

Mitarbeiterfest und Fachtagung zum Jubiläum

Im Jubiläumsjahr wurde auch gemeinsam gefeiert: Bei einem Mitarbeiterfest in der Bauernmarkthalle dankte die Krankenhausleitung ehemaligen, langjährigen und aktiven Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz und ihr Engagement und feierte den 50. Geburtstag der Abteilung gebührend. Für beste Stimmung sorgte Primar Arthur Schueler mit seiner Band, dem Dr. Richter Salonorchester.

Eine Woche später stand beim Gerhard-Erlacher-Symposium im Fill Future Dom der fachliche Austausch im Mittelpunkt. Rund 120 geladene Gäste aus Medizin und Pflege nutzten die Gelegenheit, sich bei Fachvorträgen von Primar Arthur Schueler, Primar Dr. Holzapfel von der Orthopädie am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried und Ärztlicher Leiter und Primar Dr. Mattiassich vom Unfallkrankenhaus Linz spannende Einblicke in die Welt der Unfallchirurgie zu verschaffen und Erfahrungen auszutauschen.

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