Unsere Abteilung bietet das gesamte Spektrum operativer uro-onkologischer Behandlungsmöglichkeiten auf höchsten Niveau, seit Oktober 2023 steht auf der Abteilung ein Da-Vinci™ Operationsroboter zur Verfügung.
Nierenzellkarzinom
Die meisten Nierentumore werden oft als Zufallsbefund bei Ultraschall-Untersuchungen der Niere gefunden. Sie können ebenfalls bei CT-Untersuchungen des Bauchraumes als Zufallsbefund gesehen werden.
Um die Nierenfunktion zu erhalten, werden kleinere Nierentumore organerhaltend operiert. Bei größeren Tumoren ist häufig die Entfernung des gesamten Organs (Nephrektomie) notwendig.
Sowohl die Nierenteilresektion als auch die Nephrektomie können in Abhängigkeit von Größe und Lage des Tumors minimalinvasiv (Schlüssellochtechnik) im Sinne einer Roboter-assistierten Operation (Da Vinci™) durchgeführt werden. Weitere mögliche Zugangswege zur Niere sind ein Flankenschnitt oder ein Zugang von vorn durch den Bauchraum. Seit Einführung des Da-Vinci™ Operationsroboters sind solche Operationen nur mehr selten notwendig.
Kleine, peripher gelegen Tumore können mittels Computertomographie-gestützter Punktion und Anwendung von Hitze oder Hochfrequenzstrom behandelt werden. Bei der sogenannten Kryoablation wird Gewebe eingefroren, um das Zielgewebe zu zerstören. Diese Verfahren werden vor allem bei deutlich vorerkrankten Patient*innen, die ein hohes OP-Risiko aufweisen, angeboten.
Nebennierentumore
Nebennierentumore werden häufig als Zufallsbefund diagnostiziert. Zur weiteren Dignitätsabklärung kommt die bildgebende Diagnostik (Computertomographie, Magnetresonanztomographie) sowie die hormonelle Abklärung (die Erhebung spezifischer Laborwerte im Blut und Urin) zum Einsatz.
Bei entsprechender Indikation ist eine operative Therapie (bevorzugt minimalinvasiv, Da-Vinci™-assistiert) ratsam.
Prostatakarzinom
Die operative Prostataentfernung (radikale Prostatektomie) für lokal begrenzte Tumore ist in unserer Abteilung ein Standardeingriff. Seit Oktober 2023 wird die Operation mit Hilfe des Da-Vinci™ Operationsroboters vorgenommen, eine offene Schnittoperation muss nur mehr in Ausnahmefällen vorgenommen werden.
Neben der Heilung sind weitere Ziele, die Harnkontinenz (Fähigkeit, willkürlich die Harnblase entleeren zu können) und die Erektionsfähigkeit zu erhalten.
Bei fortgeschrittenen Tumorerkrankung bieten wir das gesamte Spektrum der modernen Hormon-und Chemotherapie, die für einen optimalen Therapieerfolg zur Verfügung stehen.
Urothelkarzinom
Beim nicht-invasiven (oberflächlichen) Harnblasentumor ist die endoskopische Entfernung des Tumors (TUR-B) das primäre Behandlungsverfahren. Der Tumor wird mit Hilfe einer elektrischen Schlinge durch die Harnröhre operiert. Je nach Risikogruppe erfolgt eine einmalige oder eine längerfristige medikamentöse Füllungstherapie der Harnblase mit antitumorösen Medikamenten (Mitomycin, BCG).
Beim invasiven Harnblasentumor (fortgeschrittene Tumore, die die Harnblasenwand infiltrieren), muss die Harnblase komplett entfernt werden (radikale Zystektomie). Nach Entfernung der Harnblase erfolgt entweder ein kontinenter (Neoblase – Darmersatzblase mit Anschluss an die Harnröhre) oder nicht-kontinenter Harnblasenersatz (meist Ileumconduit – ein Stück des Darms wird zwischen den Harnleitern und der Haut eingesetzt). Beide Optionen werden individuell in unserer Abteilung vor einem Eingriff mit dem Patienten ausführlich besprochen.
Im Vergleich zur Harnblasenkarzinom ist das Nierenbecken-bzw. das Harnleiterkarzinom eher seltener. Die Therapie der Wahl ist die komplette Entfernung der Niere mit dem dazugehörigen Harnleiter. In Einzelfällen kann über eine Teilentfernung nachgedacht werden.
Hodentumore
Die Erste Wahl bei der Behandlung von Hodenkrebs ist die operative Entfernung des betroffenen Hodens über einen Leistenschnitt. Abhängig vom histologischen Befund, verschiedenen Tumormarkern im Blut und dem Ergebnis der Umfelddiagnostik mittels Computertomographie wird dann eine gegebenenfalls notwendige weitere Therapie geplant. Selbst im metastasierten Stadium sind durch die optimale Kombination der Therapiemöglichkeiten (Chemotherapie, in den seltenen Fällen Bestrahlung oder Lymphknoten Entfernung) gute Heilungsraten zur erzielen.
Peniskarzinom
Bei den Frühstadien und bei den Vorläuferstadien ist die Lasertherapie oder die lokale Tumorentfernung die Therapie der Wahl. Bei lokal fortgeschrittenen und infiltrierenden Tumoren ist eine partielle oder komplette Entfernung des Penis erforderlich. In einigen Fällen ist eine Entfernung der Lymphknoten im Leistenbereich beidseits, eventuell auch der Lymphknoten im kleinen Becken erfolgreich. Eine Chemotherapie kann bei Fernmetastasierung zum Einsatz kommen.