Aktuelles aus der Abteilung für Augenheilkunde

Das Sehzentrum der Region

Seit 30 Jahren bietet die Abteilung für Augenheilkunde am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried umfassende operative und konservative Versorgung – aktuell für mehr als 6200 Patientinnen und Patienten pro Jahr.

Der Blick zurück macht deutlich, wie sehr sich die augenärztliche Versorgung im Innviertel in den letzten Jahrzehnten gewandelt hat. Noch bis weit in die 70er-Jahre war die Augenheilkunde im Krankenhaus Ried nicht vertreten, danach erfolgte eine ausschließlich konsiliarische Betreuung. Das änderte sich grundlegend, als 1990 die Augenabteilung im 6. Stock des Krankenhauses eröffnet wurde: mit 20 Betten, einem eigenen Augen-OP, drei Fachärzten und zwei Pflegepersonen.

Unter der Leitung von Prim. Dr. Hartwig Jagsch und der pflegerischen Stationsleitung durch Sr. Sieghilde bzw. DGKP Anna Feichtenschlager entwickelte sich die Abteilung von Anfang an positiv. Sie wurde schon ein Jahr später vergrößert und 2006 schließlich als erste Augen-Tagesklinik Österreichs zu einem tagesklinischen Betrieb mit nur noch fünf stationären Betten umstrukturiert. Später wurde die Tagesklinik interdisziplinär und übersiedelte 2013 samt Ambulanz und Sehschule in den neuen Bauteil 8.

Nach einer vorübergehenden Phase als dislozierte Dependance einer Linzer „Mutterabteilung“ durch die Spitalsreform 2 ist die Augenabteilung seit 2019 wieder eine Vollabteilung mit autonomer Betriebsführung. Sie wird nun ihrerseits die Führung einer dislozierten Augen-Tagesklinik im Krankenhaus Schärding übernehmen; das Projekt zur Inbetriebnahme läuft.

Breite Palette mit Kernkompetenzen
„Wir bieten heute die breite Palette der operativen und konservativen Augenheilkunde, mit Kernkompetenzen im Bereich der Katarakt- und Netzhautchirurgie“, erklärt Prim. Doz. Dr. Robert Hörantner, der die Abteilung in Ried seit 2007 leitet. Der Personalstand umfasst mittlerweile 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter neun Fachärztinnen und -ärzte, Stationsarzt und Stationsärztin, vier Fachärztinnen in Ausbildung, zwei Orthoptistinnen sowie 17 Pflegepersonen (Bereichsleitung: Karin Maria Baumgartner MSc, MBA).

Jährlich werden mehr als 6200 Patientinnen und Patienten betreut (davon rund 5700 tagesklinisch) und mehr als 4600 Operationen vorgenommen. Die durchschnittliche Verweildauer hat sich seit den Anfängen von 7,5 auf 0,5 Belagstage reduziert. Ebenfalls zum Leistungsangebot der Abteilung zählen die Augenambulanz sowie die Sehschule zur Betreuung von Kindern und Erwachsenen mit Sehstörungen bzw. Sehbehinderungen, aber auch bei neuroophtalmologischen Fragestellungen, z. B. nach Schlaganfällen oder Unfällen.

Umfassende Expertise, innovative Verfahren
Die Patientinnen und Patienten der Augenabteilung profitieren von umfassender Expertise, innovativen Therapieverfahren und hochmoderner Ausstattung. So werden etwa zur Behandlung der altersbedingten Makuladegeneration jährlich rund 5500 intravitreale operative Medikamentenapplikationen (IVOM-Therapien) durchgeführt, um die degenerativen Veränderungen der Retina zu verzögern bzw. aufzuhalten.

Daneben steht als zweites therapeutisches Standbein nun auch ein Mikropulslaser zur Verfügung, der mit speziell gepulsten, intermittierenden Laserimpulsen unterhalb der Koagulationsschwelle arbeitet. Dadurch wird das intakte retinale Gewebe nicht zerstört. Neben Anwendungen im Bereich der Netzhaut eröffnet der Mikropulslaser auch neue Aspekte in der Glaukomchirurgie.

Für Katarakt-Operationen steht in der Abteilung ein Hochfrequenzlaser der neuesten Generation (Femtosekundenlaser) zur Verfügung, der es ermöglicht, zu entfernende Linse vor der Absaugung extrem präzise zu fragmentieren. Auch Astigmatismus lässt sich damit korrigieren.

Bewährte Kooperation mit extramuralen Partnern
„Die Augenabteilung in unserem Schwerpunktkrankenhaus ist seit nunmehr drei Jahrzehnten neben der guten extramuralen Betreuung die zweite zentrale Säule in der augenheilkundlichen Versorgung der Region Ried und darüber hinaus. Ich freue mich über die bewährte Kooperation mit den niedergelassenen fachärztlichen und allgemeinmedizinischen Kolleginnen und Kollegen und bedanke mich für die gute Zusammenarbeit“, unterstreicht Prim. Doz. Dr. Hörantner.