Drei Fragen an...

2020 feiern wir das Jahr der Pflegenden und Hebammen! Wir wollen diese Gelegenheit nutzen und die Vielfältigkeit des Berufsbildes aufzeigen. Dazu stellen wir regelmäßig unsere Fachexpertinnen und Fachexperten vor. 

Unser Intensivpflegeteam

Wir, die Intensivpflege sind ein wichtiger Bestandteil des interdisziplinären Teams in unserem Intensivverbund, wo akut und kritisch erkrankte Patientinnen und Patienten behandelt und im Genesungsprozess begleitet werden. Ohne eine Vielzahl an medizinischen Geräten, die uns bei der Überwachung und auch bei der Therapie der Erkrankten unterstützen, ist unser Arbeitsalltag kaum vorstellbar. Unser Tätigkeitsbereich ist vielseitig und überschneidet oftmals den des ärztlichen, was eine hohe Verantwortung bedeutet. Daher ist uns die Zusammenarbeit zwischen den Ärztinnen und Ärzten sowie der Pflege besonders wichtig. Wir bewegen uns oft auf einem schmalen Grat zwischen hoher Technisierung und menschlicher Zuwendung.

Warum haben Sie sich für diese Spezialisierung entschieden?

Einigen von uns war bereits während der Ausbildung klar, dass sie auf einer Intensivstation arbeiten möchten und bereit sind, sich das notwendige Spezialwissen anzueignen. Die Kombination aus Medizin und Technik, das Auseinandersetzen mit schweren Erkrankungen sowie komplexen Pflegesituationen und der intensive Kontakt zu den Patientinnen und Patienten ist in diesem Bereich eine Besonderheit, die uns begeistert. Viele therapeutische Entscheidungen werden interdisziplinär getroffen, was der Wertschätzung und Motivation in der Pflege zugutekommt.
 

Was macht ihr Arbeitsfeld besonders interessant?

Wir betreuen Patientinnen und Patienten nach großen Operationen, Traumen und Interventionen, oder mit lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Herz-Kreislauferkrankungen, akutem Nierenversagen, Lungenerkrankungen, Vergiftungen, neurologischen Erkrankungen usw. Wir arbeiten also mit beinahe allen Fachrichtungen zusammen, was unseren Arbeitsalltag sehr abwechslungsreich und spannend macht.

Manchmal bewegen wir uns scharf an den Grenzen der Medizin – was ist möglich, was würde der jeweilige Patient, die jeweilige Patientin wünschen, was würde man selbst wollen? Solch ethische Fragen werden im Team kritisch diskutiert, wobei jeder seine Meinung kundgeben darf. Ein wichtiger Teil unserer Arbeit ist auch die Begleitung und Unterstützung der Angehörigen in schwierigen Lebenssituationen.

Worauf sind wir stolz?

Wir sind stolz auf die gute Zusammenarbeit im Team, sowohl innerhalb der Pflege als auch interdisziplinär mit den Ärztinnen und Ärzten. Nur so ist die hohe Qualität der Arbeit in unserem herausfordernden Bereich möglich. Viele dankbare Rückmeldungen zeigen uns, dass sich die Patienten bei uns gut aufgehoben fühlen und wir die Angehörigen in schwierigen Zeiten gut unterstützen und begleiten. Besonders freut uns, dass die Intensivtagebücher, die wir seit einigen Jahren für speziell ausgesuchte Patienten schreiben, so gut ankommen und wir dadurch einen wertvollen Beitrag zur Bewältigung eines Intensivaufenthaltes leisten können.

Unser Team der IBCLCs (International Board Certified Lactation Consultant)

 

Das Team der Stillberaterinnen (bestehend aus DGKP, DKKP und Hebammen) betreut und begleitet Familien mit ihren Kindern bei allen Fragen und Problemen rund um die Themen Stillen. Von der Schwangerschaft über die Geburt, dem Wochenbett, der Beikostzeit, bis hin zum Abstillen. Sie unterstützen die Frauen bei diversen Stillproblemen, wie z.B. wunden Mamillen (Lasertherapie), Mastitis, Milchstau, 

Warum haben sie sich für die Spezialisierung entschieden?
Die Bedeutung des Stillens und der Muttermilchernährung hat in den letzten Jahren in der Forschung einen hohen Stellenwert bekommen. Die Muttermilch ist die perfekte Ernährung im ersten Lebensjahr und darüber hinaus. Es unterstützt das Unreife Immunsystem des Kindes, fördert die Gesundheit der Frau (leichtere Gewichtsabnahme, vermindert das Risiko an Brust,- und Eierstockkrebs zu erkranken.
Stillförderung und Stillberatung ist die kostengünstigste und effizienteste Präventivmaßnahme im Gesundheits- und Sozialbereich.
Das Unzureichende Wissen über die Physiologie des Stillens und die damit verbundenen Probleme rund um das Stillen waren ausschlaggebend für die Spezialisierung. 

Was macht Ihr Arbeitsfeld besonders interessant?
Besonders interessant in unserem Aufgabengebiet ist, dass jede Mutter und jedes Neugeborene, somit jede Stillbeziehung unterschiedlich ist. Somit macht jede einzelne Mutter, es zu etwas Besonderen und gestaltet somit unsere tägliche Arbeit abwechslungsreich und manchmal auch herausfordernd. 

Worauf sind wir stolz?
Auf die sehr gute, individuelle Zusammenarbeit im eigenen Team, aber auch mit den anderen Abteilungen (Geburtshilfe, Kreiszimmer, IMC, Kinderstation). Es wurde ermöglicht, dass ausreichend Mitarbeiterinnen ausgebildet wurden und dadurch jeden Tag eine IBCLC anwesend ist und die Frauen unterstützen kann.
 

Unser Team des Entlassungsmanagements

Das Team des Entlassungsmanagements betreut Patientinnen und Patienten, die Unterstützung für die Organisation verschiedenster Betreuungsformen brauchen. Durch die Verbindung der Bereiche Pflege und Sozialarbeit in unserem Team decken wir den Versorgungsbedarf der Patientinnen und Patienten großflächig ab. Ein sehr wichtiger Teil unserer Arbeit ist der Kontakt mit den Angehörigen, die durch den oftmals jähen Versorgungsbedarf manchmal sehr getroffen und gefordert sind. Nicht selten kommt es vor, dass Patientinnen und Patienten und deren Angehörige noch nie mit dem Bedarf einer Unterstützungsnotwendigkeit konfrontiert waren und hier sehr an ihre Grenzen stoßen.

Warum haben Sie sich für diese Spezialisierung entschieden?
Es ist sehr interessant und vielfältig, gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen, ein Konzept für eine adäquate Versorgung zu Hause zu erstellen. Bereits in unseren vorherigen Tätigkeitsbereichen konnten Erfahrungen auf diesem Gebiet gesammelt werden, daher war es unser Wunsch tiefer in diese Materie einzutauchen. Es ist immer wieder herausfordernd und lehrreich in einem vernetzten und multiprofessionellen Team gemeinsam solche Situationen zu meistern.

Was macht Ihr Arbeitsfeld besonders interessant?
Ziel ist es, eine adäquate Versorgung zu organisieren. Vorrangig bemühen wir uns darum, dass Patientinnen und Patienten so lange wie möglich zu Hause versorgt werden können, bevor die Betreuung in eine teil- oder gar stationäre Versorgung wie beispielsweise ein Pflegeheim übergeht. Gerade die Herausforderung der vernetzten Zusammenarbeit im Krankenhaus und auch mit dem extramuralen Bereich, macht unsere Arbeit sehr abwechslungsreich.

Worauf sind wir stolz?
Unser Team zeichnet sich dadurch aus, dass wir uns alle sehr gut verstehen. Wir können uns aufeinander verlassen und immer auf gegenseitige Unterstützung bauen. Die Zusammenarbeit im multi-professionellen Betreuungsteam der Patienten ist uns sehr wichtig, so gelingt auch die Bewältigung bei sehr komplizierten Organisationen der poststationären Versorgung. 
Es macht uns stolz, wenn wir dadurch die beste Versorgung für unsere Patientinnen und Patienten organisieren können.

Unser Team der Kontinzenz- und Stomaberatung

Das Team der Kontinenz- und Stomaberatung betreut sowohl stationäre als auch ambulante Patienten mit Harninkontinenz, Stuhlinkontinenz, Entleerungsstörungen oder Stoma.

Warum haben Sie sich für diese Spezialisierung entschieden?
Bereits in unseren vorherigen Tätigkeitsbereichen war uns sehr wichtig, dass die Stomaträger optimal versorgt sind und dass sie ihr Leben trotz Stoma gut meistern.  Auch die Möglichkeit, inkontinenten Menschen zu helfen, war ein Beweggrund.

Was macht Ihr Arbeitsfeld besonders interessant?
Wir betreuen Patienten unterschiedlicher Fachrichtungen mit Beratung, Schulung, diversen Untersuchungen und Therapien. Trotz der Standardisierung braucht dabei jeder Betroffene eine individuelle Behandlung. Das macht die tägliche Arbeit sehr interessant. Zudem haben wir mit vielen verschiedenen Produkten zu tun und können sowohl im ambulanten, als auch im stationären Bereich zu einer Optimierung der Versorgung beitragen.

Worauf sind wir stolz?
Viele dankbare Rückmeldungen zeigen uns, dass wir trotz Tabuthema zu einer guten Lebensqualität beitragen. Zudem ermöglichen wir durch eine optimal angepasste Stomaversorgung die Rückkehr in den normalen Alltag. Außerdem freut uns, dass wir mit Adaptierung und Umstellung von Inkontinenz- und Stomaprodukten den Pflegeteams unseres Hauses das Arbeiten erleichtern können und dass von der Qualitätsverbesserung auch die Patienten profitieren.

Unser Wundmanagement-Team

Erna Puttinger und Helene Singer haben stellvertretend für das 6-köpfige Wundmanagement-Team in der Chirurgischen Ambulanz unsere Fragen beantwortet:

Warum haben Sie sich für diese Spezialisierung entschieden?
Es war die Neugier auf das vielfältige Thema Wunde. Auch die umfassenden Möglichkeiten an Verbandstoffen kennenzulernen war ein Argument für die Spezialisierung.

Was macht ihr Arbeitsfeld besonders interessant?
Besonders interessant in unserem Aufgabengebiet ist, dass jeder Verbandwechsel anders sein kann. Denn je nach Wundtyp/Lokalisation oder Wundheilungsstadium wird der Verbandstoff wieder neu angepasst. Wichtig ist, dass der Verband alleine Wunde/Ulcus/Dekubitus nicht heilt. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit vieler verschiedenen Fachrichtungen (z.B. Radiologie, Diätologie, Orthopädie, Innere Medizin, Urologie,..) ist wesentlich, um die passende Kausaltherapie durchzuführen und ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Worauf sind wir stolz?
Wir sind stolz, in einem Krankenhaus zu arbeiten, in dem das Wundmanagement einen hohen Stellenwert hat. Besonders freut es uns auch, unser Wissen allen interessierten Kolleginnen und Kollegen in den innerbetrieblichen Fortbildungen weitergeben zu können.