Gesicherte Qualität - tausendfach jeden Tag

1,5 Millionen Analysen pro Jahr nimmt das Institut für Labordiagnostik am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried vor. Mit Dr. Karl Schrattbauer hat nun ein Facharzt für Labormedizin die Leitung übernommen.

Laboruntersuchungen sind die Grundlage für rund zwei Drittel aller Diagnosen und Therapieentscheidungen. Im Krankenhaus BHS Ried wird dieser unverzichtbare Fachbereich vom Institut für Labordiagnostik abgedeckt, jetzt mit verstärkter ärztlicher Expertise: Seit Dezember 2019 leitet OA Dr. Karl Schrattbauer, MBA das Institut. Der gebürtige Niederösterreicher kommt vom Donauspital in Wien, wo er zwölf Jahre lang tätig war.

Der Facharzt für Labormedizin ist auch Ansprechpartner für zuweisende niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, denen das Zentrallabor bestimmte Analysen als Serviceleistung zur Verfügung stellt. Im Wesentlichen ist die Aufgabe des Instituts mit 22 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aber die labormedizinische Versorgung des Krankenhauses, für die es durchgehend besetzt ist – rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr.


Jedes Resultat wird mehrfach überprüft

Das Leistungsspektrum im Zentrallabor umfasst Klinische Chemie, Hämatologie und Hämostasiologie, Immunologie sowie Medikamentenspiegel. Jeder Befund, der das Labor verlässt, ist mehrfach qualitätsgesichert: Nach dem technischen Check, bei dem das IT-System die korrekte Messung jedes Parameters feststellt, überprüfen Biomedizinische Analytikerinnen/ Analytiker bereichsspezifisch, ob die gemessenen Werte auch plausibel sind. Auffälligkeiten und größere Abweichungen im Verlauf werden vor der Freigabe ärztlich geprüft. Bei Überschreitung von Alarmwerten, die im System hinterlegt sind, wird die betreffende Station sofort vom Labor verständigt.

Die Qualitätssicherung, die laufend auch durch Rundversuche (z. B. Öquasta – Österreichische Gesellschaft für Qualitätssicherung und Standardisierung medizinisch-diagnostischer Untersuchungen) erfolgt, ist für Dr. Schrattbauer ein zentrales Anliegen. Er kann hier seine Erfahrungen aus dem Labor im Donauspital einbringen, wo er für das Qualitätsmanagement verantwortlich war. Der Facharzt begrüßt die ISO-Zertifizierung, die das Zentrallabor seit 2016 besitzt: „Das bringt uns weiter, denn Audits und der offene Umgang mit Fehlern bieten die Chance, weiter dazuzulernen.“
 

Barcode-Röhrchen statt Etiketten

Um auch letzte Fehlerquellen auszuschließen, wird aktuell ein IT-Projekt umgesetzt, das den Einsatz von Barcode-Röhrchen und Scannern anstelle von aufgeklebten Patientenetiketten vorsieht. „Damit lassen sich Verwechslungen praktisch ausschließen“, so Dr. Schrattbauer. Durchleuchten und optimieren will er auch die rund 300 Anforderungsprofile, die derzeit im IT-System hinterlegt sind: Manche davon werden kaum verwendet.

Nicht zuletzt will der neue Institutsleiter Kooperationen intensivieren und Kompetenzen bündeln. Hausintern arbeitet das Labor schon jetzt fächerübergreifend mit den Instituten für Nuklearmedizin und für Pathologie zusammen – „Kooperation statt Konkurrenz“ lautet das Motto. Seltene bzw. hochspezialisierte Analysen (z. B. genetische Befunde, personalisierte Medizin) werden von externen Partnern durchgeführt, primär im Rahmen der Vinzenz Gruppe, aber auch trägerübergreifend.
 

Sorgfalt in der Präanalytik

In der Zusammenarbeit mit niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen ersucht Dr. Karl Schrattbauer, sorgsam auf die Präanalytik zu achten, von der Probenahme bis zur Beschriftung und Anforderung: „Je besser das Material ist, umso besser ist das Ergebnis!“ Bei Fragen steht er gerne für Informationen zur Verfügung.